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Armand Duplantis beim Sprung
Gemeinsam mit Lidl stellte sich der schwedische Ausnahmeathlet einer außergewöhnlichen Herausforderung: dem sogenannten „Jump of the Year“. Dafür musste Duplantis eine 5,50 Meter hohe Wand überwinden, die aus mehr als 3.000 Lidl-Produkten aufgebaut wurde. Was zunächst wie ein spektakulärer PR-Stunt klingt, entwickelte sich für den Weltrekordhalter zu einer unerwartet anspruchsvollen mentalen Prüfung.
„Die größte Herausforderung lag tatsächlich im Kopf“, erklärt Duplantis im Gespräch. „Körperlich wusste ich, dass ich die Höhe schaffen kann. Aber vor mir stand eine riesige Wand. Mein Instinkt hat mir ständig gesagt, vorsichtig zu sein oder sogar abzubremsen.“
Armand Duplantis sieht sich den Sprung an
Genau darin lag die Besonderheit des Projekts. Während Duplantis auf der Wettkampfbahn exakt weiß, was ihn erwartet, musste er hier gegen eine völlig neue Wahrnehmung ankämpfen. Die Höhe war für ihn nichts Außergewöhnliches. Das Hindernis davor hingegen schon.
„Ich musste mir regelrecht einreden, dass die Wand nicht existiert und den Sprung genauso angehen wie jeden anderen“, sagt er. „Perfekt ausblenden konnte ich sie nie. Die Anspannung war immer da.“
Dass er sich der Herausforderung dennoch stellte, hatte einen einfachen Grund: Sie war anders. Nach Jahren auf höchstem Niveau sucht Duplantis immer wieder nach neuen Reizen. Als Lidl ihm die Idee präsentierte, war schnell klar, dass ihn genau diese Mischung aus Spektakel und Herausforderung reizte.
Armand Duplantis nimmt Anlauf
„In der Vergangenheit habe ich viele Shootings gemacht, bei denen das Springen zwar spektakulär aussah, aber letztlich immer das gezeigt hat, was ich ohnehin auf der Bahn mache“, erzählt er. „Diesmal war es etwas völlig Neues. Genau das hat mich angesprochen.“
Hinter dem erfolgreichen Sprung steckt dabei weit mehr als Talent. Wie bei seinen Weltrekorden waren auch hier jahrelanges Training, Erfahrung und vor allem mentale Stärke gefragt. Der schwedische Olympiasieger sieht darin sogar eine wichtige Erkenntnis über seinen Sport.
„Dieses Projekt hat mir noch einmal gezeigt, wie groß der Einfluss des Kopfes auf die eigene Leistung ist“, sagt Duplantis. „Manchmal ist die mentale Barriere größer als die physische.“
Der Druck wurde zusätzlich dadurch erhöht, dass zahlreiche Menschen an der Umsetzung beteiligt waren. Nach einem misslungenen ersten Versuch wollte Duplantis vor allem eines vermeiden: Enttäuschung.
Armand Duplantis wartet auf den 2. Versuch
„Mir war wichtig, niemanden zu enttäuschen. So viele Menschen hatten an diesem Projekt gearbeitet. Ich wollte zeigen, dass sich all die Mühe gelohnt hat.“
Besonders stolz macht ihn dabei die Tatsache, dass die Aktion vollständig real umgesetzt wurde. Keine Computeranimationen, keine künstlichen Effekte, keine Tricks.
„Wir hätten CGI oder andere technische Hilfsmittel einsetzen können“, sagt er. „Aber die Wand war echt. Der Sprung war echt. Ich wusste nicht einmal genau, was sich hinter der Wand befindet. Genau deshalb bedeutet mir das Ergebnis so viel.“
Neben dem sportlichen Aspekt stand auch ein sozialer Gedanke im Mittelpunkt der Aktion. Sämtliche Produkte, die für die Wand verwendet wurden, wurden im Anschluss an die schwedische Hilfsorganisation Matmissionen gespendet. Die Organisation unterstützt Menschen mit geringem Einkommen und setzt sich gleichzeitig gegen Lebensmittelverschwendung ein.
Armand Duplantis nach erfolgreichem Sprung
Für Duplantis selbst reiht sich die Aktion in eine Karriere ein, die längst weit über Medaillen und Rekorde hinausgeht. Trotz seiner internationalen Bekanntheit wirkt der heute 25-Jährige bemerkenswert geerdet. Gefragt, woran sich die Menschen eines Tages erinnern sollen, wenn sie auf seine Karriere zurückblicken, nennt er weder Rekorde noch Titel.
„Ich hoffe einfach, dass ich meinen eigenen Weg gegangen bin und mein Leben so gelebt habe, wie ich es wollte“, sagt er. „Natürlich möchte ich sportlich alles erreichen, was möglich ist. Aber genauso wichtig ist es mir, ein guter Mensch, ein guter Partner und ein guter Freund zu sein.“
Vielleicht ist genau das die überraschendste Erkenntnis hinter dem „Jump of the Year“. Für einen Athleten, der regelmäßig Höhen erreicht, die für andere unerreichbar erscheinen, geht es am Ende nicht nur um Meter und Rekorde. Sondern um Mut, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Bereitschaft, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen – selbst dann, wenn man bereits an der Spitze steht.